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Dienstag, 6. November 2012

"Fortschritt aus Tradition, das ist unser Motto und danach leben und arbeiten wir seit 1924"

Auf einer kostenlosen Kleinanzeigenplattform erklärt sich ein Hausherr bereit, seine Wohnung mit „einer schlanken Frau“ zu teilen. Noch barmherziger meldet sich ein anderer mit den Worten: „Frau über 45: Lebst du in schlechten Wohnverhältnissen oder bist sogar obdachlos? Melde Dich!“

Nicht weniger warmherzig wird man auf der Website einer Wohnungsbaugenossenschaft empfangen:

"Mag auch das Wort Solidarität manchem veraltet erscheinen: Es heißt doch nichts anderes als Gemeinsinn oder Zusammengehörigkeitsgefühl zu entwickeln und zu pflegen.

Fortschritt aus Tradition, das ist unser Motto und danach leben und arbeiten wir seit 1924. Heute verstehen wir uns insbesondere als modernes Dienstleistungs-Unternehmen. In 2 493 Mietwohnungen bieten wir sicheren und bezahlbaren Wohnraum. Aber nicht nur das - wir bieten zusätzlich auch Hausmeister- und Kehrwochendienst. Auch seniorengerecht ausgestattete Wohnungen können wir anbieten."

Um dann gleich darauf mit einem Tritt in den A...wieder hinauskatalputiert: Schlappe 1000 Euronen Warmmiete (allerdings kalt, sprich ohne Heizung) für eine kleine 3-Zi-Whg im sanierten Plattenbau in der Pampa Vorstadt!



Endlich, auf dem freien Internetimmobilienmarkt, das erste (u. einzige) realistische Mietangebot (zumindest für den erwerbstätigen Normalverdiener) Eine familiengerechte 3-Zi Altbauwohnung, 90 Quadratmeter für 630 Euro Warmmiete (warum heisst das eigentlich Warmmiete, wenn es sich doch defacto um Kaltmieten handelt?)

und dann folgt da dieser kleine Zusatz: "Die Wohnung wird ausschließlich an Einzelperson vermietet!"

Wunderbar! Auf eine ähnliche Anzeige hat sich vor Jahren mal eine Tante von mir beworben u. einen Besichtigungstermin vereinbart, einfach nur um „mal zu sehen, wie jemand aussieht, der solche Angebote macht...“

Samstag, 3. November 2012

Es grünt so grün wenn Benztowns Rosengärten glühn

Fast hätte ich wieder einen Job gehabt aber eben schon wieder mal nur fast. Keine Ahnung was das ist, aber anscheinend befinde ich mich seit geraumer Zeit in einer Art Seifenblasenmaschinerie.

Wäre ja auch alles kein Problem, wenn man so ein Einkommen gar nicht brauchen würde. Grade jetzt, wo man sich wieder krankenversichert hat und zusehen muss, dass einem die Beiträge nicht wieder vom leeren Konto abgebucht und als Schuldenberge irgendwo aufgehäuft werden.

Well. So ist das mit der Maloche. Und dabei bin ich tatsächlich immer noch voll Tatendrang und guter Dinge. Und zudem noch gewissenhaft und aufrichtig, wenn nicht sogar oftmals ein wenig treudoof, meinem Arbeitgeber gegenüber. Naja, sofern dieser mich respektiert und seinerseits aufrichtig und gewissenhaft agiert. Wo das nicht der Fall ist, bin ich dann auch schoma ganz eigenverantwortlich und ziemlich schnell wieder weg.

Tja, es passiert mir tatsächlich immer noch hin u. wieder, dass ich der Vorstellung erliege, ich könnte hier evtl. doch nochmal sowas wie ein normales Leben mit einem geregelten Einkommen und einer richtigen Wohnung mit ausreichen Platz für uns alle an Land zu ziehen, doch spätestens wenn ich dann die Mietangebote durchstöbere, macht es dann gleich schon wieder blubb. Keine Chance, hier noch was bezahlbares zu finden. Mein Eindruck ist, dass die Mieten während der letzten 3 Monate schon wieder um 5 bis 10 Prozent gestiegen sind. Und dann bin ich wieder heilfroh, dieses kleine krumme Dach über dem Kopf zu haben, dieses winzige Asyl, aus dem uns eben glücklicherweise keiner mal eben so mir nix dir nix vor die Tür setzen kann.

Ich schaue eigentlich auch kaum noch nach richtigen Wohnungen, sondern vielmehr nach irgendwelchen Ruinen, einer Werkstatt oder Rumpelkammer, irgendwas bezahlbarem halt, einfach nur als Rückzugsmöglichkeit für wenn es mir hier zu eng und zu voll wird. Und wo ich mein Bastelmaterial mal wieder ausbreiten bzw. sammeln und rumwerkeln kann. Alternativ habe ich ja immer noch den Gartentraum im Hinterkopf, fürs kommende Frühjahr. Aber wie gesagt, ohne Einkommen ist das alles nur Geblubber.

Bei der Jobsuche verhalte ich mich ähnlich. Dieses ganze verlogene Bestseller-und Selbstvermarktungsgehabe ist mit mir nicht mehr zu machen. Entweder es passt oder es passt eben nicht. Das sind so ganz bescheidene Wünsche hier bei uns. Die dann immer wieder in irgendwelchen Bohrlöchern und Baugruben versinken oder den neusten Baumfällarbeiten zum Opfer fallen.

Womit wir dann auch beim eigentlichen Thema wären. An dem kein Weg vorbeiführt. Dem Widerstand. Gegen die Staatsgewalt, die hier unaufhaltsam wütet und zerstört und einem noch den letzten Lebensraum zu vernichten trachtet, in ihrem Scheinwelten Bauwahn. Und heuer dann eben ganz hegemonial im grünen Niedertrachtengewand.

Morgen früh ist Begehung der beabsichtigten Rodungsflächen im Rosensteinpark.Wer also wissen will, wo er sich demnächste platzieren muss, um das nächste Massaker aufzuhalten, sollte da morgen dran teilnehmen.

Ps: Siehe auch: "Der Raub der grünen Perle" Klaus Gebhard erklärt die S21-Baustellen im Rosensteinpark
kann mir das Video selbst leider grade nicht ansehen, weil immer noch Netzprobleme...

Montag, 2. Juli 2012

Stoppt die Stadtzerstörung und den Mietwucher - Wir wollen hier kein Schnöggersburg!

Rede von Günter Krappweis, Mieterinitiative LBBW-Patrizia
Ein Dach über dem Kopf zu haben, ist das elementare menschliche Bedürfnis. Es ist ein Grundrecht. Es darf nicht auf dem Altar des Profitsystems geopfert werden. Die Mieter müssen sich zusammenschließen und dieses Recht verteidigen. Damit haben wir begonnen. Wir hatten Mieterversammlung im Nordbahnhofviertel mit über 200 Mietern und in Kornwestheim mit 100 Mietern. Inzwischen haben wir uns in einer Mieterinitiative organisiert.
Wir wollen uns mit den bereits existierenden Mieterinis in Stutgart Hallschlag und Ost zusammenschließen und gemeinsam die Interessen der Mieter vertreten.


Wer Schnöggersburg noch nicht kennt lese bitte folgenden Beitrag auf IMI

Die Bundeswehr stellte am 20. Juni 2012 ihr neuestes Projekt im Zuge der Bundeswehr-Reform vor. Sie plant, in der Colbitz-Letzlinger Heide nördlich von Magdeburg in Sachsen-Anhalt auf dem Gelände des Truppenübungsplatzes Altmark ein neues Gefechtsübungszentrum für Auslandseinsätze zu bauen.
(...)
Um eine möglichst realitätsnahe Simulierung der Einsatzszenarien bieten zu können, sollen zum Übungsgelände neben ausgedehnten Waldgebieten auch Straßen, eine Kanalisation, ein 22 Meter breiter Fluss, eine Altstadt, eine Hochbausiedlung, ein Industriegebiet, ein U-Bahn-Tunnel und ein Elendsviertel gehören.[3]

siehe auch;
 http://www.warstartsherecamp.org/

Underground Housing by benlasman