Dienstag, 17. Juli 2012

Rede vom ehemaligen Staatsanwalt u. Vorsitzenden Richter am Landgericht Stuttgart, Dieter Reicherter, dessen Haus in seiner Abwesenheit von der Stuttgarter "Staatssicherheit" gestürmt wurde

Übernahme von Bei Abriss Aufstand

Die Rede auf der 131. Montagsdemo von Dieter Reicherter, ehemaliger Staatsanwalt und Vorsitzender Richter am Landgericht Stuttgart (Strafkammer), zur bei ihm durchgeführten Hausdurchsuchung, zu der am 16.7.12 im Spiegel und auf BAA HIER und HIER berichtet wurde.

Montag, 16. Juli 2012

Blue Monday in Benztown

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Blue Monday by frequencycontroller

Funtastisch...

 habe nun doch wieder etwas mehr Zeit für meinen Roman, Cheffe meinte eben, wir passen wohl doch nicht so gut zusammen.

Yep. Dem kann ich nur zustimmen.Kurz und schmerzlos.

Werde nun also das Kindergeld in eine Krankenversicherung investieren und endlich mit dem Essen ganz aufhören.

Sonntag, 15. Juli 2012

Flut

Wenn ich den ganzen Spuk nochmal versuche zu rekapitulieren, wäre vermutlich jener Zeitpunkt als Wendepunkt auszumachen, als ich mich in meinem jugendlichen Border-Leichtsinn gegen diese Taxeintreiber viel zu lautstark zu Wort meldete, und das dort, wo ich ja nunmal überhaupt gar nix zu melden hatte. Sie kamen wöchentlich in unserer kleinen Bucht vorbei und sammelten die Steuern ein. Nun war es aber so, dass diese kleine Bucht und das Haus meiner Gastfamilie massiv von den hereinbrechnden Meeresfluten bedroht war. Der kleine Hügel auf welchem das Haus stand war schon derart unterspült, dass es nur noch eine Frage der Zeit war, bis er vom Meer ganz abgetragen sein sollte (was tragischerweise auch mittlerweile geschehen ist!) Eine der Hauptursachen hierfür war das Korallensterben vor der Küste, ohne deren Schutz die Wellen mit voller Wucht ins Land hereinbrachen. Es musste also dringend ein Schútzwall gebaut werden und dafür fehlte der Familie das Geld. Und genau das war es auch, was  ich den Taxeintreibern ungefragt an den Kopf warf, nämlich dass hier bald kein Mensch mehr die Chance hätte, irgendwelche Steuern zu bezahlen und Gefahr im Verzug bestünde. Woraufhin dann meine Name in deren Buch notiert und das Problem weiterhin ignoriert wurde.

Ich schickte also einen Spendenauffruf nach Deutschland und nur wenige Wochen später erhielten wir rund 500 DMark, was für indonesische Verhältnisse schon ein irrsinniger Batzen an Kohle bedeutete. Wir kauften also Steine und Zement und bauten einen, auf lange Sicht aber leider doch recht hilflosen Schutzwall.

Von nun an stand ich unter verschärfter Beobachtung, was mir allerdings erst viel später bewusst wurde, zumal ich mich auch noch darüber echauffiert hatte, dass in so gut wie jedem Haus hier die Portraits der indonesischen Zentralregenten aus Jakarta an der Wand hingen,während die Herren sich selbst doch überhaupt kein Bild von den Menschen im Land und ihrer Not machten.

Seit diesem Tag bakam dann wohl ein anderer Scriptschreiber den Aufrtrag für mein Drehbuch, was ich vor allem daran erkannte, dass plötzlich sehr seltsame Figuren wie aus dem Nichts in unserem Dorf auftauchten und mir meinen schönen Film versauten. Bzw. war natürlich ich selbst es, die sich den Film versauen ließ, denn, wie so so oft, wollte ich es mal viel zu genau wissen und wäre wohl besser gefahren, die gespenstischen Interventionen nun meinerseits einfach zu ignorieren. So erhielten hier, von wem auch immer orchestriert, u. a. ein Paar australische Sunnyboys und ein -Girl ihren hollywoodreifen Auftritt, auf welchen ich heute aber nicht weiter eingehen werde und kann - an diesem Part beiße ich mir nämlich schon seit jahrzehnten die Zähne aus, genauer gesagt beginnt hier meine eigentliche Schreibblockade, derertwegen mein Roman auch bis heute noch nicht von mir fertiggestellt werden konnte.


Land down Under by Big Yellow Mother

Altlasten

Hatte für heute eigentlich einen Ausflug geplant, um hier wieder mal ein paar neue Stadtbilder präsentieren zu können. Muss aber schon wieder ruhen, den gestrigen Arbeitstag habe ich auch grade so und mehr schlecht als recht durchrstanden, auch die Technik spielte mir mal wieder einen bösen Streich. Irgendwie scheinen die Druckverhältnisse in meinem inneren Talkessel ziemlich durcheinander geraten zu sein. So wie bei dieser Frau, von der mir eine Freundin mal erzählt hat. Sie trafen sich eines morgens beim Bäcker und die Frau war im Gesicht und am ganzen Körper mit wüsten Prellungen übersäht und als meine Freundin sich erkundigte, was der Frau denn furchtbares zugestoßen sei, meinte diese: "Sie werden es mir nicht glauben, aber ich habe keine Ahnung, ich bin heute morgen so aufgewacht."

Werde heute also statt nach draußen auf Tauchstation gehen und nachsehen, wo da was genau hakt und umgekehrt.

Statt neuer Bilder empfehle ich dem interessierten Publikum dieses aufschlussreiche Interview von CamS21 mit Prof. Thomanetz, seines Zeichens Experte für Altlasten:
S21-Baumaßnahmen: Enormes Risiko für das Mineralwasser!



via Bei Abriss Aufstand- hier findet sich auch eine Textdatei des Interviews

Freitag, 13. Juli 2012

Donnerstag, 12. Juli 2012

Lasst sie sterben!

"If you don`t leave this country within 24 hours, we will put you in our Concentration Camp"  

So lautete die finale Ansage an mich, als wieder einmal mein indonesisches Visum abgelaufen war -  ich lag nur ein paar Stunden über der Zeit, weil ich noch auf ein Papier wartete, welches mich als ehrenwerte Person verbriefte, die niemanden im Land auf der Tasche zu liegen beabsichtige und die hier als Gast der Dorfgemeischaft,  einfach nur ein einfaches Leben unter ihresgleichen suchte.  Die mitgebrachten Ersparnisse und das kleine Erbe wurde redlich geteilt und in ein kleines, kooperatives Geschäft investiert und reichte gerade so für ein kleine Hütte und ein paar Früchte und eine Topf Reis am Tag. Mehr braucht der Mensch hier nicht.

Alles wäre natürlich anders gekommen, wäre das damals mit dem Zöllner nicht passiert. Dann hätte ich die Unterlagen rechtzeitig einreichen können.

Aber es kam eben alles ganz anders. Nach meinem großen Walk without shoes durch George Town, und meilenweit entfernt von unserer kleinen Herberge in der "Love Lane" wurde ich von der Polizei aufgegriffen und hätte da nicht dieser Unbekannte den Wagen gestoppt und mich und mein Kind aus der Gewalt der gar nicht freundlichen Beamten befreit und in ein Krankenhaus gebracht, es wäre noch wesentlich übler für uns ausgegangen.

Aber gut, das sind so ganz persönliche Geschichten, ohne weltpolitische Relevanz, die keinen groß zu interessieren brauchen. Man schreibt sowas halt mal eben kurz in sein Tagebuch und sich von der Seele. Wesentlich relevanter für die Menschheit, kommt da schon diese Aussage daher:

So äußerte sich etwa Heinz Marzi, bis Ende 2010 Geschäftsführer des „Bundesverbandes der Deutschen Sicherheits- und Verteidigungsindustrie“ (BDSV): „Mit einem zurückgehenden nationalen Budget werden für die deutsche wehrtechnische Industrie die Exporte ihrer Produkte zunehmend immer wichtiger und notwendiger.“ Sein Nachfolger beim BDSV, Christian-Peter Prinz zu Waldeck, erklärt die Ausweitung der Exporttätigkeiten sogar zu einer existenziellen Frage: „Es ist eine Frage des Überlebens: Wollen wir diese Industrie erhalten oder wollen wir sie nicht erhalten.“ Ohne falsche Scheu wendet sich der BDSV dabei an die Politik und fordern Unterstützung für dieses Ansinnen ein: „Angesichts der unterschiedlichen Rahmenbedingungen in den europäischen Mitgliedsstaaten ist beim Export Unterstützung durch die Politik und die Begleitung der Industrie durch die Amtsseite unverzichtbar.“ (IMI-Studie 2012/08, S. 50) 
Gefordert, getan: So winkte die Bundesregierung u.a. die Lieferung von 200 Leopard-2-Panzern – mit Räumschild gegen Demonstranten aufgepeppt – an Saudi Arabien trotz heftiger Proteste durch (IMI-Standpunkt 2011/35). Nun scheint ein ähnlicher Deal für Indonesien anzustehen, wie der Tagesspiegel (10.07.2012) unter Berufung auf die “Jakarta Post” meldete. Die indonesische Regierung wolle bis zu 100 gebrauchte Kampfpanzer vom Typ Leopard 2A6 kaufen, die ersten sollen scheinbar bereits im Oktober ausgeliefert werden. Ein Schelm, wenn die mit viel Pomp angetretene Indonesien-Reise von Bundeskanzlerin Angela Merkel auch dazu hat dienen sollen, diesen Deal in trockene Tücher zu bringen. http://www.imi-online.de/2012/07/11/indonesien-panzerdeal/

 

Ich würde sagen und ich sage: NEIN, wie wollen diese Scheißindustrie NICHT erhalten. Wir wollen sie sterben sehen! Wir wollen in Frieden mit unseren Mitmenschen leben, wir wollen ein solidarisches, freundliches Miteinanander, ein Leben in bunter Vielfalt, wir wollen, dass alle Menschen überall auf der Welt in Frieden leben können, wir wollen dass alle Menschen Zugang zu sauberem Trinkwasser und über genügend Reis und Kartoffeln  und was Mensch eben noch so zum Leben braucht, verfügen können, wir wollen, dass jeder ein Dach über dem Kopf hat und sauber Energie ...

Was der Mensch nun überhaupt nicht braucht, ist diese Scheiß Killerindustrie der Herren Marzi und dieses total durchgeknallten Prinzen zu Waldeck!


Gamelan factory by itsdjwilly

Montag, 9. Juli 2012

Noch 2 ganz und gar nicht nostalgisch verklärte Bilder vom Killesberg

weil das hier den Rahmen gesprengt hätte...


 
Das Hauptgebäude des Gartenschaugeländes auf dem Killesberg wurde zwischen 1941 und 1942 zum Sammellager für ca. 2500 Menschen jüdischen Glaubens aus ganz Württemberg, sowie  für 234  Sinti und Roma. Bevor die Menschen dann von hier aus in den Tod deportiert wruden, mussten sie noch die Beschlagnahme ihres Vermögens quittieren (und dafür noch ordnungsgemäß eine Zustellgebühr von 1,15 Reichsmark bezahlen) sowei die Kosten für die Fahrt in die Gaskammern von 57,65 Reichsmark entrichten.

Die Besitztümer der in den Tod deportierten deutsch-jüdischen Mitbürger wurden dann später ans deutsche "Arier"-Volk verhökert, teilweise wurden auch Möbel und andere Gebrauchsgegenstände an Bedürftige gespendet, was dann als "soziale Wohltätigkeit" propagiert wurde.

Erst seit 2006 (!) gibt es eine Gedenkstätte am Stuttgarter Nordbahnhof

Blicktickend

wenn ich träume dann meistens in einer Sprache die mir im Alltagsbewusstsein überhaupt nicht zugänglich ist. Ich verfüge dort über einen Wortschatz der unerschöpflich zu sein scheint und von dem beim Aufwachen leider immer nur ein blasser Schatten von Erinnerung an mir haften bleibt. Die Sprache variert auch immer ganz nach Traumscript.

was z.B. heisst blicktickend...

hatte heute glücklicherweise frei und weil ich immer noch an dieser unsäglichen Müdigkeit leide, verbrachte ich den Tag ganz gegen meiner Vorsätze auf der faulen Haut. Ich döste mich durch den Tag wie eine Katze, zumal das Kind schon wieder auf einer anderen Geburtstagsparty tanzte und ich tun u. lassen konnte was mir beliebte.

Im Traum war ich als Filmemacherin am Werk. Es ging irgendwie darum, gleichzeitig hinter und vor der Kamera zu stehen und dieses entsprechend dem Publikum darzustellen.

Als wir uns, also mein "Team" und ich eine Szene ansahen, meinte irgendwer, ich weiss noch nicht mal ob ich das selbst war oder jemand anderes, dieser Shoot wäre zu blicktickend. Weswegen wir die Sache nochmal neu und irgendwie anders in Szene zu setzen hätten.

My Godness! Es gibt auch Träume in welchen ich, wenn nicht gerade mit irgendwelchen toten Dichtern im Gespräch,  Mathegenie bin und mit Zahlen jongliere und das obwohl ich ja bekanntlich an einer Rechenschwäche leide.

blicktickend...

ich glaub bei mir tickt was...

PS: Diese Müdigkeit ist wirklich unheimlich. Ich kann sie mir nicht erklären und ich bin nur froh, dass ich nicht mehr als 20 bis höchstens mal 25 Stunden die Woche arbeiten muss. Beim letzten Job waren es doppelt soviele. Da blieb dann noch nicht mal mehr Zeit zum träumen... Ich wünschte keiner müsste mehr als 20 Stunden die Woche arbeiten.  Ich meine jetzt Lohnarbeiten. Weil es gibt ja auch nach der Lohnarbeit immer noch genug anderes zu tun und ab und an mal ruhn tut schließlich auch gut.

Sonntag, 8. Juli 2012

Sunday Evening Blues


Hinter der Kirche Santa Maria liegt das Furtbachkrankenhaus, eine psychiatrische Klinik. Hierher wurde kürzlich die Tochter meiner Freundin nach einer schweren Panikattacke eingliefert, wir haben sie heute abend nach ihrem Ausgang dorthin zurückbegleitet. Sie steht unter schwerer Medikation ist extrem verschlossen und bedrückt und das kommuninzieren fällt schwer. Außer Malen gibt es anscheinend keinerlei Therapieangebote für sie. Stattdessen eben, wie üblich, Pillen. Auf die sie zwar aktuell sicher kaum verzichten kann, ich mich aber frage, wie sie mit dieser Dröhnung je wieder gesund werden soll.



Hinterm Haus befindet sich ein kleiner Hinterhof für die Raucher und dieser derzeit leider unzugängliche Garten.




Eine sehr traurige Geschichte ist das und ich wünschte ich könnte irgendetwas für die beiden tun. Irgendwie ein wenig Freude und Leichtigkeit  in ihr Leben zaubern. Ich hoffe dass auch hier das Reinigungs-und Küchenpersonal und die Mitpatienten ebenso freundlich sind, wie jene über die in den diversen Erfahrungsberichten aus psychiatrischen Kliniken so berichtet wird.. Und ich hoffe, es findet sich auch irgendwann noch ein engagierter Arzt, der sich Zeit für die beiden und die richtige Therapie findet.
"Sunday Evening Blues" by LOST BiRD by lostbird