Samstag, 7. Juli 2012

Think K - Oder irgendetwas zwischen Golfplatz und Teletubbiegarten

 updated: hab eben (Sonntag) noch ein paar Bilder dazu gefügt...

Heute war Kindergeburtstag im Killesberg-Park. Ich liebe diesen Park sehr, auch aufgrund meiner nostalgisch verklärten Kindheitserinnerungen.  War hier als Kind oft mit meiner Großmutter unterwegs und der innere Teil des Parks ist auch heute noch genauso schön wie annodazumal.





 


o.k, das alte Bähnchen wiederum hat von Klimaschutz noch nix mitbekommen, hier werden noch die letzten Reste Steinkohle verheizt...
Think K
 Was den vorderen Teil des Parks betrifft, also den früheren Eingangs-und Messebereich, dort entsteht ja gerade das neue Yuppieviertel Think K und dort sieht es heute so aus:

diesen bekloppten Spiegel an der Mauer hätte man m.M. nach auch weglassen können, der raubt dem Wasser nur die eigene Strahlkraft- er verstärkt sie nicht, nein er verfälscht sie. Wirkt auf mich wie eine Ölspur,..




hier rollt das Bähnchen nochmal kurz durch`s Nobelviertel und das ganz politisch korrekt, ohne allzuviel Dampf abzulassen
Wären die Häuser rund, könnte man fast meinen, im Teletubbieland gelandet zu sein. Auch früher ebneten Wasserspiele den Weg in den Park, allerdings noch entlang der wunderschönen alten Sandsteintreppen und Wege und von bunten Blumen umrankt, anstelle des Golfplatzartigen Labyrinths.
Gegenüber der Wohnblöcke entstehnt dann noch diese gähnende Einfamilienhaussiedlung

Auf der anderen Straßenseite dasselbe Muster


Immerhin, die rote Wand steht noch. Und was ist das, ein Bonker?

Auf dem Weg den Hang hinauf, glitzern uns dann kleine, rote Herzchen entgegen, die hier überall auf dem Weg verstreut lagen, die aber mein Knipser leider nicht richtig einzufangen in der Lage war



Und hier oben (wir befinden uns jetzt oberhalb der roten Wand) hat dann ein sogannter "Verschönerungsverein Killesberg" diesen völlig überflüssigen und unschönen Aussichtsplatz auf die gegenüberliegende Einfamilienhaussiedlung errichtet (hier war früher einfach ein verwilderter grüner Platz Natur).

PS. Und wie ich kürzlich irgendwo gelesen habe, gibt es jetzt sogar ein Killesberg-Maskottchen, den sogenannten Killi! - von dem ich aber leider noch kein Bild habe.

Siehe auch Noch 2 ganz und gar nich nostalgisch verklärte Bilder vom Killesberg

Fühlen Sie sich auch oft so ausgepowert, müde und leer?


Dann gehen Sie doch einfach mal wieder shoppen!

Warum ich nicht mehr über Hartz IV schreibe

Weil mir jedesmal speiübel wird, wenn ich nur daran denke, weil es keine passenden Worte gibt, um zu beschreiben, wie perfide menschenverachtend dieses Meuchelsystem sich alltäglich im Leben derer offenbart, die dort hinein gespült wurden. Ob hier nun schwangere Frauen oder Behinderte von Amtswegen das Existenzminimum widerrechtlich (!) auf Null gesetzt wird, Menschen bespitzelt und entwürdigt oder in die Obdachlosigkeit getrieben werden, man kann es beim Namen nennen wie es ist, es ändert nichts.

Auch dass sich auf der anderen Seite die Menschen bis zum Totalburnout kaputtschuften, ist doch jedem hier im Land bekannt.

Es gibt nur einen Ausweg und das ist der Generalstreik. Und ich meine jetzt tatsächlich den, der Marginalisierten, den der Erwerbslosen an der Seite der unterbezahlten, gestressten, sich tot Malochenden. Und Angsichts dieser Realität liegt es doch auf der Hand, dass Solidariät zu allererst Arbeitsteilung und Grundsicherung und eben nicht BGE bedeutet. Denn die Einsicht in diese Notwendigkeit dürfte sowohl jeder Überarbeitete, Ausgebeutete wie auch Erwerbslose und Stigmatisierte haben, zumal es nach wie vor mehr als genug zu tun gibt!

Zuallererst sollten also natürlich diejenigen, die noch Kraft haben um überhaupt noch auf andere Menschen zugehen zu können,  für diejenigen die keine Kraft mehr haben, streiken. Unter Streiken verstehe ich, sich dem Unrecht zu widersetzen. Eben keine Einlieferungs-und Entrechtungsvereinbarung zu unterschreiben und sich stattdessen auf das noch existierende Grundgesetz beziehen, sich für Arbeitszeitverkürzung einzusetzen, sich entsprechend zu organisieren, auch in Mieterinitiativen und dergleichen mehr. Wer keine Kraft  und keine sozialen Kontake mehr hat, kann sich auch freilich in diese Richtung nicht mehr bewegen. Also muss es überall u. in jeder Stadt Anlaufstellen geben, bzw.diese auch allen Betroffenen bekannt gemacht werden,(auch denen die nicht im internet unterwegs sind!) wo gemeinschaftliche Aktionen organisiert werden können.

So, jetzt habe ich also doch mal wieder etwas über Harzt IV geschrieben. Ich wünschte ich könnte die Weichen enstprechend umlegen. Natürlich kann ich das nicht, das können nur alle diejenigen gemeinsam, die sich weigern, auf der alten Schiene weiter in Richtung Wand zu fahren.


Freitag, 6. Juli 2012

Als ich einmal versehentlich einen Zöllner bestochen habe...

...das war annodazumal,  als ich nach Ablauf meines Visums aus Indonesien ausreisen musste, um kurz darauf dann von Malaysia wieder mit einem neuen Stempel einreisen zu können. Ich gab dem Zöllner meinen Pass, den er durchblätterte und mich dann bat, mit ihm im Hinterzimmer Platz zu nehmen. Er fragte mich ob ich ihm irgendetwas zu sagen hätte und als ich dies verneinte, wollte er wissen, was ich denn nun in Malaysia zu tun hätte u. wo genau ich beabsichtigen würde, mich dort aufzuhalten etc, ppp... Er runzelte die Stirn und wir saßen noch eine Weile schweigend am Tisch, bis er mich dann schließlich sichtlich verwirrt wieder aus dem Zimmer entließ.

Ich wunderte mich noch eine Weile über dieses merkwürdige Stelldichein, bestieg dann aber das kleine Propellerflugzeug und setzte meine Reise fort. Als ich dann in Malaysia ankam, fiel es mir wie Sternschnuppen vor die Augen: Wie blöde kann eine wie ich sein! Ich hatte meinen letzten 500-Markschein (oder waren es Dollar? Ich kann mich nicht mehr erinnern, ist aber auch egal, denn das Geld war weg) in meinen Pass gesteckt und an der Pforte abgegeben!

 (C) Peter Loud*

Was dann geschah war in etwas das, was in meinem letzten Post von der Mixed Company besungen wird. Nur dass es eben nicht Memphis war, wo wir walkten, sondern George Town, Penang in Malaysia. Und das ganz ohne Laufschuhe, barfuß, unsere Schuhe hatten wir ("wir" meint meine älteste u. damals noch ganz kleine Tochter und ich) irgendwo unterwegs einfach ausgezogen und stehen lassen. (besagte Laufschuhe brauchte und ergamblete ich mir erst Jahre später und  für eine ganz andere Reise, nämlich die nach New York)

So war das, damals auf dem Weg über die Grenze. Völlig mittellos und fern der Heimat landeten wir in einer ganz neuen, uns bis dato gänzlich unbekannten Realität. Wir fanden sogar ein kleines Hotel, das uns so wie wir waren, barfuß und ohne Geld, aufnahm. Es lag in einer kleinen Seitenstraße mit dem schönen Namen "Love Lane". Und es war tatsächlich so, als hätte man uns dort schon freudig erwartet. Und eine Frau Namens Alice, war auch unter den Gästen.



*das Bild ist von Peter Loud, mit dem mich, seit ich es Jahre später im Netz gesichtet habe und ihn daraufhin anmailte, eine nette Brieffreundschaft verbindet

  Alice in Wonderland by JohnBlake

Wo bin ich und wenn ja, warum?

Als ich heute morgen erwachte und aus dem Fenster sah, wusste ich erst gar nicht, in welchem Land ich mich befinde.


Es dauerte einige Minuten bis mir klar wurde, dass das dort drüben kein Tempel, sondern der alte Kamin auf Nachbars Dach ist.

Dann erinnerte ich mich auch gleich wieder an mein Vorhaben, heute mal endlich damit beginnen zu wollen, nicht nur meinen schwächelnden Kreislauf anzukurbeln, sondern auch meine im Lauf der Jahre doch etwas abgeschlafften Oberschenkel zu trainieren. O.k., bis zum Knie gehts ja noch...


und mit Yoga und so Zeugs hab ich's nunmal nicht, das langweilt einfach viel zu sehr, nein, viel erfrischender wäre es doch, einfach draußen diese ganzen Stuttgarter Stäffele rauf und runter zu joggen. Ja das wäre was, wenn....na wenn ich nur die passenden Schuhe dafür hätte!

Also ja, es ist wohl mal wieder an der Zeit, mir neue Laufschuhe zu kaufen. Vorher muss ich aber leider noch einige Stunden arbeiten gehen, weil das mit dem Casino damals, als ich meine letzten 10 DM auf die 16 gesetzt und gewonnen habe, also diese Zockerei sollte ja wirklich die absolute Ausnahme gewesen sein. Das nächste Paar Schuhe wird hart von mir erarbeitet. Jawoll!


Walking In Memphis by Mixed Company

Mittwoch, 4. Juli 2012

"Nemo tenetur se ipsum accusare"

so schallt es mir beständig aus dem Off in die Ohren, sobald ich hier versuche, das Wort zu ergreifen.
Sie selbst haben keine Möglichkeit, alleine Akteneinsicht zu erhalten. Dies kann nur ein Rechtsanwalt für Sie erledigen. Nach Erhalt der Akte erfolgt die gemeinsame Auswertung des Akteninhaltes. Nur mit professionellem Beistand ist es einem Beschuldigten möglich, die weitere Verteidigungsstrategie auszuarbeiten und festzulegen. Hierzu gehört insbesondere die Vorbereitung einer Einlassung oder die Entscheidung, gezielt zu schweigen. Bei einer Einlassung wird jedes Wort auf die Goldwaage gelegt. Ein Grund mehr, diese sorgsam und mit professioneller Hilfe vorzubereiten, statt unvorbereitet bei der Polizei eine Aussage zu tätigen. Alles was Sie sagen kann nämlich auch gegen Sie verwendet werden.
Hallo Herr Anwalt, wer hat Sie eigentlich beauftragt? Ich habe weder eine Rechtsschutzversicherung noch eine Portokasse, aus welcher ich ihr Honorar abschöpfen könnte. Im übrigen bezweifle ich, dass man gerade Ihnen Akteneinsicht gewähren würde. Es handelt sich hier nämlich um Geheimakten. Top Secret Spotlight TV!

Offiziell gibt es also überhaupt keine Akte, die eingesehen werden könnte. Aus diesem Grund kann mir auch kein Pflichtverteidiger gestellt werden. Sogesehen wird Ihre ganze Strategie hinfällig. Zumal es vermutlich kaum eine untauglichere Mandatin geben wird, als mich.

Trumpets of Silence (Intro) by MagicMerlin

Montag, 2. Juli 2012

Stoppt die Stadtzerstörung und den Mietwucher - Wir wollen hier kein Schnöggersburg!

Rede von Günter Krappweis, Mieterinitiative LBBW-Patrizia
Ein Dach über dem Kopf zu haben, ist das elementare menschliche Bedürfnis. Es ist ein Grundrecht. Es darf nicht auf dem Altar des Profitsystems geopfert werden. Die Mieter müssen sich zusammenschließen und dieses Recht verteidigen. Damit haben wir begonnen. Wir hatten Mieterversammlung im Nordbahnhofviertel mit über 200 Mietern und in Kornwestheim mit 100 Mietern. Inzwischen haben wir uns in einer Mieterinitiative organisiert.
Wir wollen uns mit den bereits existierenden Mieterinis in Stutgart Hallschlag und Ost zusammenschließen und gemeinsam die Interessen der Mieter vertreten.


Wer Schnöggersburg noch nicht kennt lese bitte folgenden Beitrag auf IMI

Die Bundeswehr stellte am 20. Juni 2012 ihr neuestes Projekt im Zuge der Bundeswehr-Reform vor. Sie plant, in der Colbitz-Letzlinger Heide nördlich von Magdeburg in Sachsen-Anhalt auf dem Gelände des Truppenübungsplatzes Altmark ein neues Gefechtsübungszentrum für Auslandseinsätze zu bauen.
(...)
Um eine möglichst realitätsnahe Simulierung der Einsatzszenarien bieten zu können, sollen zum Übungsgelände neben ausgedehnten Waldgebieten auch Straßen, eine Kanalisation, ein 22 Meter breiter Fluss, eine Altstadt, eine Hochbausiedlung, ein Industriegebiet, ein U-Bahn-Tunnel und ein Elendsviertel gehören.[3]

siehe auch;
 http://www.warstartsherecamp.org/

Underground Housing by benlasman

Too Many People?!

Translation: “There are definitely too many of you!”

Sonntag, 1. Juli 2012

Katie Kim - COVER&FLOOD

http://katiekim.bandcamp.com/album/cover-flood

Freitag, 29. Juni 2012

Eurosatory - Champagner For The Rich - Bullets For The Poor

Der Waffenhandel boomt seit Jahren ungebrochen. Mitte Juni waren die neusten Trends der Kriegsindustrie an einer grossen Waffenmesse in Paris zu sehen. Auch Schweizer Firmen sind an vorderster Front mit dabei. 

Es könnte ein Freilichttheater wie von Karls Kühner Gassenschau sein. Da steht eine Tribüne auf offenem Gelände, die Platz für etwa 300 Personen bietet. Davor eine künstlich angelegte Landschaft. Rechts einige kleine afghanische Lehmhäuser, in der Mitte ein morastiger Hügel und links Kulissen, die eine typische französische Ortschaft darstellen sollen – «Boulangerie» steht auf einer der Fassaden.
Doch so lustig wie bei der populären Schweizer Schauspieltruppe geht es hier nicht zu. Wir befinden uns im Vorführbereich der Eurosatory, einer Waffenmesse in Paris, bei der über 1400 Waffenfirmen aus 53 Ländern ihre Gerätschaften ausstellen, vom Grosspanzer bis zum Miniroboter. Es ist Mitte Juni, innerhalb einer Woche besuchen über 53 000 Menschen die Messe: Militärs, Beamte aus Verteidigungsministerien, Politiker und auch einige Hundert JournalistInnen. Dem gewöhnlichen Volk bleibt der Zugang verwehrt.
Aus den Lautsprechern ertönt dramatische Musik. Dann begrüsst eine weibliche Stimme die ZuschauerInnen, und schon gehts los: Ein Einmanngefährt brettert durch den Matsch. Es gleicht von vorne einem vierrädrigen Motorrad, von hinten ähnelt es einem Schneemobil. Tracked All Terrain Vehicle (T-ATV) nennt sich das Fahrzeug, es ist eine Neuheit aus den Fabrikhallen der Schweizer Rüstungsfirma Ruag. Entwickelt hat den Flitzer eigentlich Urs Eiselin, ein ehemaliges Mitglied der Schweizer Snowboard-Nationalmannschaft, der in Dubai auf die Idee kam, ein Schneemobil für die Wüste umzubauen. Daraus ist die Serienproduktion des sogenannten Sand-X entstanden, der unter gut betuchten AbenteurerInnen im arabischen Raum inzwischen reissenden Absatz findet. Der T-ATV der Ruag ist die Militärversion von Eiselins Sand-X. In weniger als drei Sekunden soll er von null auf hundert Stundenkilometer beschleunigen können.>>>weiterlesen in der WOZ
 

Und gleich neben den Eidgeschossen, trumphten natürlich auch die Deutschgeschosse mit ihren neusten "superintelligenten Killer-Kreaturen" auf. 123 deutsche Mörderinstitute waren zur Party geladen, neben Krauss-Maffei Wegmann, Heckler & Koch, Rheinmetall, EADS und CO, präsentierte sich naturlich auch die Bombenbrut aus Überlingen an forderster Front:
Diehl Defence brought a broad portfolio of its products, including ammunition, missiles, an air defence system, and a new non-lethal technology to Eurosatory 2012.
siehe auch :
Der vergessene Krieg im Osten des Kongo von Dr. Alexander von Paleske

Paris is burning by DerajahDonkeyJawBone


Donnerstag, 28. Juni 2012

Sitzt ein Würmsche...

So und bevor ich mich auf den Weg zur Arbeit mache, poste ich noch schnell einen kleinen hessischen Zungenbrecher:

Sitzt ein Würmsche mit´m Schirmsche
unterm Ärmsche aufm Türmsche
kommt n Stürmsche bläst das Würmsche
mit´m Schirmsche unterm Ärmsche vom Türmsche.
Stormy Storm by Ainota

"gesicht mit deutschlandfahne"

mit dieser Google-Suchanfrage landete heue irgendjemand hier :
http://pixelschnipsel.blogspot.de/2012/06/3x3-macht-4-und-2-macht-9ne.html

Strange Algorythmus!

Nachtrag: Ne, doch gar nich so strange, hier stehts ja:
" Es war überhaupt eine sehr skurile Stimmung in der Stadt. Fußball und massenhaft Leute aus allen Herren Ländern, ich sah ganze Reisegruppen aus Asien und ich weiss nicht von wo die überall herkamen, aber alle trugen Deutschlandflaggen auf der Backe"
Nachtrag 2 - Dazu passt auch diese wunderbare Darbietung von sweet Sista Sinéad:

For the giggle-ment and chortle-ation of the despairing.